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Vom Temperament über die Persönlichkeit zum Charakter

Keine Frage, dass wir biologische Bedingtheiten in unserer Persönlichkeit zur Kenntnis nehmen müssen, die schon in der Antike als Temperament bezeichnet wurden. Die vermutlich erblich bedingt cholerische, sanguinische, phlegmatische oder melancholische Verfasstheit des Menschen beschäftigte seit jeher die Wissenschaft; moderne Forschungsmethoden haben in jüngster Zeit dieses Interesse weiter gesteigert. In der Persönlichkeit wird das Temperament durch Umwelteinfluss wie Erziehung, Kultur und Peers weiter geprägt. Doch diese Identität ist Ausgangsbasis, kein deterministisches Schicksal: durch Selbsterkenntnis und den freien Willen ist auch eine beständige Verhaltensmodifikation vieler unserer sozialen Reflexe möglich. Der US-Psychologe Martin Seligman entdeckt die seit der Antike bekannte Erkenntnis wieder: Gewinn an Handlungsfreiheit durch Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Maß. Die willentlich geformte Persönlichkeit wurde von Kant "Charakter" genannt. Der Vortrag schlägt eine Brücke zwischen neuen naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen einerseits und klassischen geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen andererseits.

09:15 - 10.00

Raphael M. Bonelli

Raphael M. Bonelli

 
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